"Sehe mit Freude der Regentschaft von Rainer und Conny
entgegen"
(adi, ls/13.6.2001-19:45) Von Dirk Adolphs und
Leif Schmittgen
Gummersbach - „Es war ein unbeschreiblich schönes Hofjahr unter der
Regentschaft König Horst V.“, resümierte der erste Vorsitzende des
Gummersbacher Schützen Joachim Lölsdorf.
[Bilder: Adi --- Königliche Feststimmung beim
Open Air am Freitag Abend.]
"Aber ich sehe auch mit Freude dem kommenden Jahr unter der
Regentschaft der neuen Majestäten König Rainer Raymund mit seiner Gattin
Conny entgegen, zumal sie in meiner unmittelbarer Nachbarschaft wohnen.
Die Konstellation des letztjährigen Hofes bleibt jedoch mit hoher
Wahrscheinlichkeit für die Zukunft einzigartig!“ Hatte König Horst
Naumann, selber als Geschäftsführer im Verein tätig, doch den gesamten
geschäftsführenden Schützenvorstand in seinen Hof integriert. So blieb
es an den alten ehemaligen Vorstandsmitgliedern, welche im voraus um ihr
Einvernehmen gebeten wurden, die Arbeit vor und während des Festes zu
verrichten. Diese wurde mit einem glanzvollen Wochenende belohnt.
[Manche
Hofherren ließen es zu gewissen Stunden mitunter an Disziplin fehlen.]
Auftakt war das Open-Air Konzert am Freitagabend auf dem Festplatz vor der
Stadthalle wo man mit der Tanzband „Bambis“ einen Stimmungsgarant
verpflichtet hatte. Die Band brachte die Zuhörer mit kölschen Songs und
ausgesuchten Oldies bei einstelligen Temperaturen zum schwitzen.
Der Stargast des Abends „Big-Brother Jürgen“ welcher durch drei
braungebrannte Bodygards geschützt in zwei großen, mit verdunkelten
Fenstern versehenen Limousinen verspätet an der Stadthalle eintraf ,
verpasste es, das Mikro an dem von den Bambis hervorgerufenen
Stimmungshoch zu übernehmen. Selbst der Hit "Marmor, Stein und Eisen
bricht" mit Textpassagen auf "uns Jürgen" umgedichtet
konnte ihn nicht auf die Bühne locken, so das die Menge wartete, die
Stimmung verebbte und nach bangen 13 Minuten ohne Musik nur noch einige
pubertierende Mädels den Aufstieg Jürgens auf die Bühne mit
Jubelseufzern begleiteten.
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[Altgediente Schützen schwelgen in
Erinnerungen.]
Die Vollplayback-Darbietung des Kölners, in der er auch mit seinen veröffentlichten
Musiktiteln die Menge „berieselte“, erlebte durch seine
Tanzdarbietungen ihren Höhepunkt. Eingefleischte Jürgen-Fans umringten
den Ford-Arbeiter nach seinem Auftritt, um eine Autogrammkarte von ihm zu
erhaschen. Im weiteren Verlauf des Abends zogen die Bambis wieder alle
Register und "powerten" dem tanzfreudigen Volke bis tief in die
Nacht einen Hit nach dem anderen unter, so das die Star-Schnuppe schnell
in Vergessenheit geriet.
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[Der Gummersbacher Festzug mit dem Hof Königs
Horst V. am Samstag Abend.]
Am Samstag Nachmittag trafen sich die Kompanien in ihren Stadtteilen, um
mit einem Sternmarsch zum Bismarckplatz zu gelangen. Dort wurde vor
zahlreichen Zuschauer ein Potpourri der Marschmusik dargeboten. An dieses
von den Kapellen Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wenden, Musikverein
Lichtenberg, Musikverein Heddinghausen und Musikverein Süng dargebotenen
Platzkonzert werden sich viele der Anwesenden Zuhörer noch eine lange
Zeit laben.
[Der Moment, in dem der neue König ausgeguckt
wurde?]
Gestärkt hatte sich der Hof von Horst V. nicht nur kulinarisch in dem am
Bismarkplatz ansässigen Restaurant, nein, man hatte zur Vesper auch den
befreundeten König der Müllenbacher Schützen, Axel Wirth, nebst seiner
Gattin sowie ihren gesamten Hofstaat zur Speise eingeladen, um mit ihnen
den Schützenzug zur Festhalle hinauf gemeinsam zu bestreiten.
[Ein besonderes Erlebnis ist immer wieder zu
mitternächtlicher Stunde der Fackelzug.]
Die Müllenbacher hatten als Dank ihre Böllerkanone samt den Kanonieren
Wolfgang Brüning, Günther Schoppmann, Gert Hefendehl sowie den Jungschützen
Lutz und Lorenz Brüning im Hexenbusch stationiert, um den Abmarsch gen
Festhalle mit fünf unüberhörbaren Böllerschüssen einzuleiten.
[Ob kleiner oder großer Schütze, eine Mütze
ist immer präsent.]
Dort angekommen wurden die Schützen und ihre Gäste beim Festkommers von
Horst Schmitzer empfangen. Trotz Ausfall des Mikrofons wusste sich der
Ehrenvorsitzende Schmitzer in der voll besetzten Halle stimmlich zu
behaupten, so das er auch etliche Ehrengäste begrüßen konnte. Darunter
neben Bürgermeister Paul-Gerhard Schmitz dessen Vorgänger Karl Holthaus,
die Bundestagsabgeordnete Ina Albowitz sowie die Landtagsabgeordneten
Peter Biesenbach und Prof. Friedrich Wilke.
[Die männlichen Hofmitglieder auf dem Marsch
vom Königsfrühstück zum Frühschoppen.]
[Die Ladehemmungen an den Flinten (wir
berichteten) führten bei Rainer Raymund fast zur Resignation.]
[Mit
einem Mini-Fernrohr beobachtet "Paul" Erlinghagen die
Trefferlage.]
Bei den Ehrungen der Sportschützen überreichte Schmitzer Horst Erger,
bei 297 von 300 errungenen Ringen, die Meisterkette. Bei den Frauen war
wieder einmal die herausragende Sportschützin Elfriede Graudenz mit 287
von 300 Ringen erfolgreich. Der Hofpreis ging in diesem Jahr an Peter
Pfaffenholz (90 von 90 Ringen).
Am Hofschießen darf sich im übrigen jedes Vereinsmitglied und nicht wie
oft angenommen nur der Hof beteiligen. Den Hubert-Sülzer-Pokal sowie den
Hans-Jost-Gedächtnispokal bekamen die Schützen der Kompanie West überreicht.
Nach einem gelungenen Festkommers trafen sich gegen Mitternacht rund 200
Festbesucher zum Fackelmarsch. Dieser traditionelle Rückmarsch in die
Stadt bot den Beteiligten wie den Gummersbachern Nachtschwärmern einen
optisch ebenso wie gehörvollen Hochgenuss bis zur seiner Auflösung in
der Schützenstraße.
Am frühen Sonntagmorgen hieß es wieder rechtzeitig auf den Beinen zu
sein, um sich an der Sporthalle Reininghausener Straße zu dem Start des
alljährlichen Autokorsos einzufinden. Dieser führte die Kolonne von
zeitweise über 100 Fahrzeugen über Vollmerhausen, Oberwiehl, Brüchermühle
nach Denklingen wo es in der Residenz Burgberg Frühstück gab.
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[Königswürde nach etlichen Jahren der
erfolglosen Versuche endlich erworben.]
Zurück ging es über Heischeid und Drespe nach Niederseßmar, wo man sich
sammelte, um geschlossen über die Kaiserstraße durch die Kreisstadt
durch Hunderte von Zuschauern in Richtung Stadthalle zu fahren. Die diesjährigen
Sieger des Schmückwettbewerbs waren die Familie Schmidt aus dem Baumhof
mit einem geschmückten Ami Pick-up, auf dem zweiten Platz die Schmückgemeinschaft
Hexenbusch mit einem besonders getarnten Land Rover und auf dem dritten
"Podiums"platz die Familie Heppe mit einem beschmückten VW.
[Die
alte Majestät Horst Naumann (M.) gratuliert seinem Nachfolger.]
Für den Montagmorgen hatte seine Majestät Horst V. ins Foyer des Bühnenhauses
zum Königsfrühstück geladen. Viele Gäste fanden sich, ein so das alle
Plätze belegt waren, als es zum Jahresresümee durch den Oberhofmeister
Frank Hegemann kam (dazu mehr in einem gesonderten Bericht).
Von dort ging es dann wieder per Fußmarsch in Richtung Stadthalle wo es
einen männermordenden Frühschoppen gab. Am Nachmittag dann das schon
geschilderte Vogelschießen, welches mit der neuen Majestät Rainer den
Gummersbachern Schützen einen Regenten nach Maß lieferte. Den Ausklang
fanden der neue Hof und etliche Gäste bei einem Festabend mit der
Tanzkapelle Nachtexpress. Horrido!
[Eine kleine "Panne": Der Vorsitzende
Joachim Lölsdorf (r.) sucht vergebens den Königsorden zur Übergabe, den
jedoch noch Geschäftsführer Horst Naumann (l.) sich im Vorfeld schon
eingeheimst hatte.]
[Ohne Worte ;-) ]
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